ED13 - Aufgabe: Bewirtungsbelege scannen und verarbeiten

Auslöser: Eine Bewirtung aus geschäftlichem Anlass hat stattgefunden; der Bewirtungsbetrieb hat eine Rechnung (Gaststätte) ausgestellt. Die Aufwendungen sollen als Betriebsausgabe geltend gemacht werden — dafür ist der gesetzliche Nachweis zu führen (§ 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 2 EStG).

Was das Gesetz verlangt

Die Aufgabe in fünf Schritten

  1. Scannen — Der Papier-/Gaststättenbeleg wird fotografiert/gescannt und als Ur-Doc (z. B. PDF) im Belegverzeichnis abgelegt.
  2. OCR-Erfassung — aus dem Beleg wird der interpretierbare Text (ocr.txt) ermittelt und mit seiner Qualität/Trust (TrustVector-BitVector, Start 0x0001 = machine-unverified) dokumentiert.
  3. Belegart erkennen — aus dem OCR-Text wird regelbasiert die Belegart bestimmt: hier BUSINESS_MEAL_RECEIPT (Bewirtungsbeleg; erkannt an „Bewirtungsaufwendungen", „Bewirtete Personen", „Anlass der Bewirtung").
  4. In den Signaturvorgang übernehmen — es wird ein *.gcsig.md (Signatur-Artefakt, Klasse GCSIG) erzeugt, das den digitalen Eigenbeleg trägt: die gesetzlich geforderten Angaben als eingebettetes content (Schema business-meal-receipt-1.0), die OCR-Provenienz (ocr), den integrierten Sidecar-Block (source) und den Signatur-Block (signature) mit Facsimile der zeichnenden Person.
  5. Präsentieren und zeichnen — das Artefakt wird presented gesetzt, dem Menschen (HITL) zur Zeichnung vorgelegt und nach Freigabe accepted → signed gesetzt. Der Anker für die Signatur ist der SHA-256 des Ur-Docs.

Das Artefakt: Beleg und Signatur in einem Dokument

Für Belege, die in den Signaturvorgang übernommen werden, ist kein separates .v7g.md nötig: das *.gcsig.md trägt die Sidecar-Funktion vollständig (AFJD-Regel „Sidecar-Funktion/Übergang": aus dem .v7g.md wird das .gcsig.md, kein Informationsverlust, keine konkurrierenden Sidecars). Ab Schema gcsig-1.4 enthält es:

Block Inhalt
subject / sha256 der Ur-Doc (PDF) mit seinem SHA-256 als Beweis-Anker
content die Angaben des Eigenbelegs (business-meal-receipt-1.0)
ocr OCR-Volltext + TrustVector (Provenienz)
source integrierte Sidecar-Metadaten: V7GUID-Taxonomie, Tenant/Kategorie, Sphäre, Ablageorte, Tags, Zweck, FZul, GCPN-Referenzen
signature Zeichner, Verfahren (§ 126b BGB), Facsimile-Verweis
phases Lebenszyklus als 32-Bit-BitVector: draft → presented → accepted → signed (orthogonal verified)

Revisionssicherheit — Git-native Compliance

Beispiel (Serie: fiktive Organisation KMU)

Der Geschäftsführer von KMU bewirtet nach einer Fachmesse einen Vertreter eines Fachverlags, um eine mögliche Veröffentlichung zu besprechen. Der Gaststättenbeleg über 59,80 € wird gescannt; über OCR wird die Belegart BUSINESS_MEAL_RECEIPT erkannt. Der Eigenbeleg wird als *.gcsig.md erzeugt (Teilnehmer, Anlass „Fachmesse — mögliche Veröffentlichung", Höhe, Sphäre ideell, ohne Vorsteuerabzug, Verbuchung als Aufwendungsersatz) und dem Geschäftsführer zur Zeichnung vorgelegt.

Werkzeuge

Werkzeug Aufgabe
gc-sidecar scan Ur-Doc erfassen (SHA-256), OCR-Text + Trust ermitteln
gc-sidecar detect Belegart aus dem OCR-Text erkennen (regelbasiert)
gc-docsign gcsig *.gcsig.md erzeugen/einbetten (--content, --ocr, --source, --facsimile) und Phasen setzen

Bezug